




Wir stehen an der Schwelle zu einer digitalen Revolution in der Mode.
Auch wenn man die Modebranche vielleicht nicht sofort als Nutznießerin technologischer Fortschritte in Verbindung bringt, beginnt der 3D-Druck zunehmend Einfluss auf Modedesigner und Modehäuser zu nehmen. Im Jahr 2013 sorgte die Designerin Iris van Herpen für Schlagzeilen, nachdem sie auf der Paris Fashion Week eine komplett im 3D-Druck hergestellte Kollektion vorgestellt hatte, und seitdem ist dieser Trend weltweit immer häufiger auf den Laufstegen zu sehen. Die Technologie bietet der Modewelt echte Vorteile – von weniger Materialverschwendung und kürzeren Vorlaufzeiten über eine stärkere Individualisierung bis hin zu niedrigeren Eintrittsbarrieren für neue Designer. Für die Verbraucher sind wir noch weit von einer Durchdringung des Massenmarktes mit dieser Technologie entfernt, aber wenn es soweit ist – und das wird es –, könnte dies den Konsum von Mode völlig verändern. Die Technologie bietet der Modebranche enorme Chancen, und wir stehen erst am Anfang. Doch wie bei jeder Veränderung wird es auch hier Herausforderungen geben, insbesondere im Hinblick auf den Schutz geistigen Eigentums.
Eine neue Welt der Kreativität
Im Moment sind wir noch weit davon entfernt, dass der 3D-Druck zur Norm wird. Die Kosten für die benötigte Ausrüstung sind nach wie vor hoch, und solange diese nicht so weit gesenkt sind, dass Kleidungsstücke einfach und kostengünstig in Massenproduktion hergestellt werden können, ist es unwahrscheinlich, dass die Technologie in den Geschäften explodiert. Der 3D-Druck wird es den Modedesignern jedoch ermöglichen, kreativere Stücke zu produzieren, was die Innovation vorantreiben und die Grenzen der Mode wirklich verschieben wird.
Die erforderliche Ausrüstung ist zwar nicht gerade billig, aber für kleinere Designer und Markteinsteiger kann sie sich als kostengünstiger erweisen als herkömmliche Herstellungsverfahren. Die Technologie bietet beispielsweise die Möglichkeit, zahlreiche Prototypen zu entwerfen und Entwürfe in kleineren Mengen zu erstellen, als es sonst möglich wäre. Besonders deutlich wird die Technik im Schmuckdesign, wo eine Reihe von Designern ihre Stücke für den Online-Verkauf mit großem Erfolg in 3D drucken. Die Technologie hat die Einstiegshürden für Schmuckdesigner gesenkt, so dass auch diejenigen, die nicht über die nötigen Mittel oder Kenntnisse im Umgang mit Silber und Gold verfügen, ihre Entwürfe am Computer modellieren und drucken können.
Außerdem bietet die Technologie den Verbrauchern mehr Möglichkeiten, ihre Mode individuell zu gestalten als beim Kauf von der Stange. Ob es nun die Möglichkeit ist, die Form einer Gürtelschnalle oder das Muster eines gedruckten Kleides zu wählen, der 3D-Druck bietet unvergleichliche Möglichkeiten der Individualisierung. Es ist umstritten, ob sich die Technologie in den Haushalten durchsetzen wird, aber sollten 3D-Drucker den Verbrauchermarkt schließlich vollständig durchdringen, ist eine komplette Revolution im Modeeinzelhandel wahrscheinlich. Könnten wir zum Beispiel eines Tages unser Gepäck im Urlaub zurücklassen und stattdessen einfach eine Auswahl an CAD-Dateien (Computer Aided Design) mitnehmen, um Kleidung nach Bedarf zu drucken? Oder, realistischer, wird es zur Norm werden, CAD-Dateien von Einzelhändlern zu kaufen und sie nach unseren eigenen, persönlichen Vorgaben zu drucken?
Ob und wann der 3D-Druck den Wendepunkt für eine massenhafte Marktakzeptanz erreicht, müssen Analysten und andere Kommentatoren noch herausfinden, aber die Modeindustrie sollte sich darauf vorbereiten - vor allem, wenn es um den Schutz des geistigen Eigentums geht.
Die Herausforderung beim Schutz des geistigen Eigentums
Weltweit wird der Wert der Modebranche auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt. Würde man ihren Wert im Verhältnis zum BIP einzelner Länder betrachten, wäre sie die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt. Weltweit hat allein die Luxusmode einen Wert von 224 Milliarden Euro und stellt damit einen lukrativen Markt für Fälschungen und Nachahmer dar – der weltweite Markt für gefälschte Waren hat selbst einen Wert von über 450 Milliarden US-Dollar. Der 3D-Druck wird es Fälschern einfacher denn je machen, abgekupferte Designs herzustellen, und in Kombination mit 3D-Scanning dürften ihre Nachahmerprodukte kaum noch von den Originalen zu unterscheiden sein.
"Der 3D-Druck wird es den Fälschern leichter denn je machen, gefälschte Designs herzustellen, und in Kombination mit 3D-Scans werden ihre Nachahmerprodukte wahrscheinlich kaum noch von den echten zu unterscheiden sein.
Nicht nur professionelle Fälscher werden die Technologie zu ihrem Vorteil nutzen, sondern auch andere. Mit herkömmlichen Herstellungsverfahren wäre es für den Durchschnittsverbraucher fast unmöglich, beispielsweise eine gefälschte Mulberry-Handtasche zu produzieren. Sollte die Technologie jedoch fortschreiten und den Druck von Leder ermöglichen (was angesichts der Fortschritte im Bioprinting nicht undenkbar ist), wird der 3D-Druck dies weitaus leichter machen. Es gibt bereits mehrere Marktplätze, die Designs für den 3D-Druck anbieten, mit Modellen, die von jedermann sowohl kostenlos als auch kostenpflichtig heruntergeladen werden können. Eine Suche nach "Tiffany" auf dem Marktplatz CGTrader zum Beispiel zeigt zahlreiche Ergebnisse mit Modellen für Anhänger, die mit denen von Tiffany fast identisch sind und schon für 10 Dollar erhältlich sind. Selbst wenn man die Kosten für das Bedrucken der Metalle mit einbezieht, sind die Kosten wahrscheinlich deutlich niedriger als beim Kauf des echten Artikels.
Verwischung der Grenzen
Aus rechtlicher Sicht verwischt der 3D-Druck die Grenzen zwischen traditionellen Inhalten und dem Schutz des geistigen Eigentums. Während physische Güter das beabsichtigte Endprodukt sind, sind es die digitalen Dateien, die letztlich die Vervielfältigung ermöglichen.
Da sich der 3D-Druck jedoch immer mehr durchsetzt, ist es unwahrscheinlich, dass Marken - vor allem im Luxussegment - bereit sind, Umsatzeinbußen und potenzielle Rufschädigung zu riskieren, die dadurch entstehen könnten, dass Verbraucher ihre Designs einfach kopieren können. Es ist daher wahrscheinlich, dass diejenigen, die CAD-Dateien online weitergeben, zum Gegenstand rechtlicher Schritte werden. Wie wir in der Musik-, Film-, Verlags- und Softwarebranche gesehen haben, kann das Entfernen von Links zu rechtsverletzenden Inhalten im Internet ein wirksamer Mechanismus sein, um die Verbreitung illegaler Dateien einzuschränken, und bis das Gesetz mit der Technologie Schritt hält, könnte dies der effektivste Weg für diejenigen sein, die ihr geistiges Eigentum sowohl vor kommerziellem als auch vor privatem 3D-Druck schützen wollen. Andere Optionen, die von der Content-Industrie bereits erforscht wurden, wie z. B. der Einbau einer Art von Authentifizierung in die Hardware, so dass nur bestimmte Dateien gedruckt werden können, könnten in Betracht gezogen werden. Wie bei jeder Form von technischer Gegenmaßnahme muss man sich jedoch darüber im Klaren sein, dass man mit der Technologie gegen die Technologie kämpfen muss.
Der 3D-Druck hat das Potenzial, die Modeindustrie sowohl in Bezug auf das Design als auch auf die kommerziellen Möglichkeiten völlig umzukrempeln, aber Marken und Designer müssen sich mit so viel Wissen wie möglich ausstatten, um die zukünftigen Umwälzungen zu bewältigen. Die Akteure in der Modeindustrie müssen die heute verfügbaren Ressourcen berücksichtigen, um Probleme mit dem geistigen Eigentum zu bekämpfen und dennoch die moderne Technologie zu nutzen und zu vermarkten. Letztlich müssen Marken darauf vorbereitet sein, den Risiken des 3D-Drucks zu begegnen, um die Chancen nutzen zu können.
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